Vom 16. bis zum 18. September gab es für neu zugewanderte Menschen die Möglichkeit, sich im Neusser Familienforum Edith Stein über das Schul- und Ausbildungssystem in Deutschland zu informieren. Die 3-tägige Veranstaltung wurde in Kooperation von Fadi El- Abbas, Integrationsbeauftragter der Aktion Neue Nachbarn im Rhein- Kreis Neuss vom Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes Rhein- Kreis Neuss, Sarah Wollweber vom Jugendmigrationsdienst (JMD) und der Karl- Arnold- Stiftung e.V. organisiert.
An den ersten beiden Seminartagen bekamen die Teilnehmenden einen Überblick über das deutsche Schul- und Ausbildungssystem und zu Möglichkeiten der Berufsorientierung in NRW. Am dritten und letzten Seminartag gab es Besuche aus der Praxis: Zunächst waren Jannik Gaspers und Lisa Bommes von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort und stellten ihre Angebote vor. Im Anschluss kam Ann- Kathrin Arndt von den Caritas Sozialdiensten Rhein- Kreis Neuss und gab Einblicke in die vielfältigen Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten in den Arbeitsbereichen Pflege/ Soziales, Hauswirtschaft und Kaufmännisches. Es gab viele Möglichkeiten, die eigenen Fragen an die Expert*innen zu stellen. Die Gelegenheit nutzten auch Schüler*innen eines Integrationskurses der Caritas und besuchte den Austauschtag, um erste Informationen für den eigenen Bildungsweg in Deutschland zu bekommen..
Die Seminarreihe wurde von dem Lehrer und interkulturellen Berater Mohammed Assila geleitet. Neben Deutsch spricht er fließend Französisch und Arabisch und schaffte es so, alle Teilnehmenden sprachengewandt und ergebnisorientiert miteinzubeziehen. Er motivierte sie, Fragen zu stellen. Denn diese schaffen Realität. Er plädierte für eine ressourcenorientierte Haltung gegenüber den Herausforderungen beim Zurechtfinden in einem neuen (Ausbildungs-)system und motivierte in den Dialog einzutreten- egal ob mit einem Kind, das neben einem im Unterricht sitzt, mit dem Chef oder der Chefin oder einer Schuldirektion. Bei vielen Dingen geht es darum, ein „Wir“ zu schaffen, in dem auch mal Differenzen ausgehalten werden dürfen.
Der Kreis der Teilnehmenden war divers besetzt: Eltern, die Informationen für ihre Kinder erfahren wollten, junge Menschen, die sich aktuell aktiv mit ihrem eigenen Bildungsweg auseinandersetzen und genauso Fachkräfte, die in ihrer Rolle als Multiplikator*innen dankbar über die Informationen und neue Kontakte waren.